Schausteller Standgebühr: Kosten und Kalkulation

Schausteller Standgebühr
Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Pinterest
Beschilderung und Folierung
Angebot anfordern

Wir kümmern uns um die Beschilderung und Folierung Ihres Fahrgeschäfts.

Was ein Platz auf der Kirmes kostet, lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Ein Schausteller mit einem Fünfer-Looping zahlt auf einem großen Volksfest eine andere Standgebühr als ein Imbissbetrieb auf einer kleinen Dorfkirmes. Trotzdem gibt es klare Mechanismen, nach denen Veranstalter die Standgebühren berechnen, und genug öffentlich bekannte Beispielzahlen, um die eigene Kalkulation realistisch aufzubauen.

Die Standgebühr für einen Platz auf der Kirmes richtet sich nach Fläche, Lage, Betriebsart und Dauer der Veranstaltung und lässt sich nur mit einer konkreten Gebührenordnung oder einem konkreten Angebot seriös beziffern. Wer vorab plant, sollte Standgeld, Platzmiete und Nebenkosten getrennt betrachten, denn nur so lässt sich am Ende sagen, ob sich ein Platz überhaupt rechnet.

Zusammenfassung

  • Standgebühren auf Kirmes und Volksfest werden individuell nach Fläche, Lage und Betriebsart berechnet, nicht nach einem festen Bundestarif.

  • Neben dem reinen Standgeld fallen Nebenkosten für Strom, Sicherheit und Entsorgung an, die in die Gesamtkalkulation gehören.

  • Eine einfache Beispielrechnung mit erwartetem Umsatz, Standgeld und Betriebskosten zeigt, ob sich ein Platz lohnt, bevor man sich bewirbt.

Inhaltsverzeichnis

Was kostet ein Platz auf der Kirmes oder dem Volksfest?

Die Standgebühr für einen Platz auf Kirmes oder Volksfest hängt vom jeweiligen Veranstalter ab und wird meist nach Fläche, Lage und Betriebsart berechnet. Es gibt keinen bundesweiten Festpreis, und Beispiele aus Soest, Rostock und München zeigen, wie unterschiedlich die Beträge ausfallen können.

Warum es keine einheitliche Standgebühr gibt

Jede Kommune und jeder private Veranstalter legt die Standgebühren selbst fest. Städte wie Herne regeln das über eine eigene Entgeltordnung, wie es das Beispiel der Cranger Kirmes zeigt, die als Volksfest im Sinne des § 60b Gewerbeordnung von der Stadt Herne veranstaltet wird und bei der die Stadt – Fachbereich Öffentliche Ordnung und Sport – als Veranstalter auftritt, wie aus der Entgeltordnung der Stadt Herne für die Cranger Kirmes hervorgeht.

Andere Volksfeste werden von Vereinen oder privaten Trägern organisiert, die eigene Preismodelle nutzen. Das bedeutet: Standgeld in einer Stadt sagt nichts über die Standgebühr in der nächsten aus.

Wie Veranstalter die Gebühr nach Fläche, Dauer, Lage und Betriebsart bemessen

Die meisten Gebührenordnungen kombinieren mehrere Faktoren. Üblich sind:

  • Fläche: Preis pro Quadratmeter, oft getrennt nach überbauter und nicht überbauter Fläche

  • Lage: Plätze an Hauptlaufwegen kosten häufig mehr als Randlagen

  • Betriebsart: Fahrgeschäfte, Imbissbetriebe und Spielgeschäfte werden oft unterschiedlich bewertet

  • Dauer: Die Zahl der Veranstaltungstage beeinflusst die Gesamtsumme direkt

Beim Oktoberfest etwa zahlten Wirte 2011 ein Nettoplatzgeld von 32,95 Euro pro Quadratmeter überbauter Fläche und 8,13 Euro pro Quadratmeter für nicht überbaute Flächen wie Biergarten oder Lagercontainer, wie eine Auswertung zu Standmieten beim Oktoberfest zeigt. Eine Besonderheit auf der Oidn Wiesn: Fahr- und Belustigungsgeschäfte zahlten dort laut derselben Quelle gar keine Standgebühr, durften dafür aber nur einen Euro pro Fahrt verlangen, statt der sonst üblichen drei Euro.

Was Beispiele aus Soest, Rostock und vom Oktoberfest zeigen – und was nicht

Die Stadt Soest plante 2023, die Standgebühren für Schausteller auf der Kirmes deutlich anzuheben, um die Veranstaltung für den städtischen Haushalt tragbarer zu machen. Konkrete Eurobeträge für einzelne Standplätze in Soest oder Rostock liegen öffentlich nicht in belastbarer Form vor.

Auch beim Oktoberfest gilt: Die genannten Quadratmeterpreise stammen aus dem Jahr 2011 beziehungsweise 2013 und beziehen sich auf Bierzelte, nicht auf Fahrgeschäfte oder Imbissstände auf anderen Volksfesten. Wer diese Zahlen auf die eigene Kirmes überträgt, überschätzt oder unterschätzt die reale Standgebühr schnell. Auch beim Bremer Freimarkt zeigt sich diese Spannbreite: Die Standgebühr für den Autoscooter „Top In“ stieg von rund 7.000 Euro auf etwa 17.000 Euro, wie eine Reportage über steigende Standgebühren beim Bremer Freimarkt dokumentiert. Diese Werte gelten für ein einzelnes großes Fahrgeschäft auf einem bestimmten Volksfest in einem bestimmten Jahr und lassen sich nicht pauschal auf einen Fünfer-Looping oder eine Wildwasserbahn auf einem anderen Platz übertragen.

Für die eigene Planung bleibt deshalb nur der Blick in die jeweilige Gebührenordnung oder das konkrete Angebot des Veranstalters, ergänzt um Rückfragen bei anderen Schaustellern, die auf demselben Platz standen.

Welche Kosten kommen hinzu und wie lässt sich der Platz kalkulieren?

Die reine Standgebühr ist nur ein Teil der Gesamtkosten für einen Platz. Strom, Sicherheit, Müllentsorgung, Transport und Personal kommen hinzu und entscheiden oft stärker darüber, ob sich ein Standplatz rechnet, als das Standgeld selbst.

Platzgeld und Nebenkosten: Sicherheit, Entsorgung und Anschlüsse

Platzgeld und Standmiete decken meist nur die Fläche ab. Strom, Wasser und Müllentsorgung werden häufig separat abgerechnet.

Ein Musterbeispiel liefert der Vertrag des Schaustellerverbandes Hessen: Dort trägt der Mieter sonstige Betriebs- und Anschlusskosten für Strom, Müll und Wasser selbst, abgerechnet direkt vor Ort, wie aus dem Muster-Platzzuweisungsvertrag des Schaustellerverbandes Hessen hervorgeht. Der Vermieter sichert dabei lediglich einen Drehstromanschluss in vereinbarter Stärke zu, nicht den Strompreis selbst.

Sicherheitskosten sind ein wachsender Posten. Beim Bremer Freimarkt mussten Betreiber wie die „Elchbar“ von donnerstags bis samstags ab 17 Uhr zwei bis drei Security-Kräfte zusätzlich beschäftigen, was laut dem Bericht zu Kosten beim Bremer Freimarkt allein 6.000 bis 7.000 Euro Extrakosten verursachte. Nachtwache und Müllentsorgung werden je nach Vertrag entweder vom Veranstalter organisiert und umgelegt oder vom Schausteller selbst beauftragt.

Vom Standgeld zum Gesamtbudget: Transport, Personal und sichtbarer Auftritt

Zum Standgeld kommen Transport, Personal und die Instandhaltung der Geschäfte. Beim Autoscooter „Top In“ waren laut derselben Quelle sechs bis acht Arbeitskräfte gleichzeitig im Einsatz, dazu kamen Kosten für neue Wagen von rund 7.000 Euro pro Stück. Die Betreiberin bezifferte den Kostenanstieg seit Beginn der Corona-Pandemie auf 40 bis 50 Prozent, vor allem durch Inflation, Energiekosten und gestiegenen Mindestlohn.

Ein professioneller, gut sichtbarer Auftritt gehört ebenfalls ins Budget. Foliierung des Fahrgeschäfts oder des Imbisswagens, Beschilderung und Flaggen erhöhen die Wahrnehmung auf dem Platz, ohne die Standgebühr selbst zu beeinflussen. Anbieter wie EKirmes bieten solche Gestaltungs-, Druck- und Folierungsleistungen für Schausteller an. Dieser Posten ersetzt keine wirtschaftliche Kalkulation, sondern ergänzt sie als separater Budgetblock.

Wann sich ein Standplatz rechnet: eine einfache Beispielkalkulation

Eine Beispielrechnung macht den Zusammenhang greifbar. Die Zahlen sind frei gewählt und dienen nur der Veranschaulichung des Rechenwegs, nicht als branchenüblicher Richtwert.

Posten

Beispielbetrag

Standgeld / Platzmiete

4.000 €

Strom (Verbrauch + Anschluss)

600 €

Sicherheitsdienst

500 €

Müllentsorgung

150 €

Personal (5 Tage)

1.800 €

Transport / Aufbau

700 €

Gesamtkosten

7.750 €

Liegt der erwartete Umsatz über der Veranstaltungsdauer deutlich über 7.750 Euro, bleibt eine Marge für Abschreibung, Winterpause und Gewinn. Liegt er darunter oder nur knapp darüber, lohnt sich eine genaue Prüfung des Angebots, bevor man zusagt.

Verträge, Gebührenordnungen und Umsatzsteuer richtig einordnen

Standgebühren können je nach Vertragspartner unterschiedlich besteuert werden. Vermieten gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Körperschaften bei Festveranstaltungen wie Kirmes, Schützenfesten oder Volksfesten Standplätze an Schausteller, gelten dafür eigene steuerliche Regeln, wie eine Fachveröffentlichung zur Besteuerung von Standplatzvermietungen durch Vereine darlegt.

Kommunale Veranstalter wenden dagegen oft eigene Gebührenordnungen oder Satzungen an. Ein Beispiel liefert das Gebührenverzeichnis zur Marktgebührenordnung in Naumburg, wonach die Gebühr für am Veranstaltungsort ansässige Gewerbetreibende 50 Prozent des Satzes beträgt, wie das Gebührenverzeichnis zur Marktgebührenordnung zeigt. Ob und wie Umsatzsteuer auf das Standgeld anfällt, hängt vom konkreten Vertrag und von der Rechtsform des Veranstalters ab. Ein Blick in den jeweiligen Vertrag oder die Gebührenordnung ersetzt hier jede allgemeine Aussage.

Häufig gestellte Fragen

Ist Strom in der Standgebühr enthalten?

Strom ist meist nicht im Standgeld enthalten und wird separat abgerechnet. Ein Musterklausel aus dem Platzzuweisungsvertrag des Schaustellerverbandes Hessen zeigt, dass Anschlusskosten für Strom, Müll und Wasser üblicherweise der Mieter trägt und vor Ort abrechnet.

Fahrgeschäfte und Imbissstände zahlen in der Regel unterschiedlich hohe Standgebühren, da Veranstalter oft nach Betriebsart staffeln. Beim Oktoberfest reichte die Spanne 2013 laut dem Mietreport zu den Wiesn-Standplätzen von 21,74 Euro pro Quadratmeter für ein Café bis zu 83,56 Euro für eine Wurst- oder Imbisshalle.

Ob Sicherheitskosten zusätzlich zur Standgebühr berechnet werden dürfen, war Gegenstand eines Urteils des Oberverwaltungsgerichts Bremen, das für Diskussionen rund um Kirmes- und Schützenfestgebühren sorgte, wie ein Bericht zum Bremer Gerichtsurteil zu Volksfestgebühren schildert. In der Praxis tragen Schausteller auf manchen Volksfesten zusätzliche Security-Kosten selbst, wie das Beispiel des Bremer Freimarkts mit 6.000 bis 7.000 Euro Mehrkosten zeigt.

Ob Umsatzsteuer auf die Standgebühr anfällt, hängt vom Vertragspartner und der Leistung ab. Bei gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Vermietern von Standplätzen bei Kirmes, Schützenfesten und Volksfesten gelten besondere steuerliche Regelungen, wie eine Fachveröffentlichung zur Besteuerung von Standplatzvermietungen beschreibt.

Weitere Beiträge